Die Sammlung Peters-Messer öffnet den Blick auf ein Spektrum vielfältiger künstlerischer Haltungen, die der Sammler innerhalb der letzten Jahre zusammengetragen hat. Diese Haltungen lassen sich in verschiedene Themenbereiche einordnen, die für die unterschiedliche Auseinandersetzung mit unserer Gegenwart stehen:

Politische Arbeiten

Zahlreiche Werke der Sammlung setzen sich auf unmissverständliche und ästhetisch oft brutale Weise mit sozialen Missständen auseinander. Dazu gehören raumgreifende Installationen, aber auch Collagen und Zeichnungen von etablierten Künstlern wie Thomas Hirschhorn, Kader Attia und Erik van Lieshout sowie junge Positionen wie Julian Röder, Achim Riethmann und Jonathan Hernández.

Architektonisch-konstruktivistische Arbeiten

Für sperrige, abstrakte Kunst, die sich oft mit dem Ausstellungsraum selbst auseinandersetzt, stehen die Installationen und Skulpturen von Manfred Pernice, Florian Slotawa, Felix Schramm, Sabine Hornig, Jeroen Jacobs, und Florian Baudrexel. Sie zitieren das bildhauerische und architektonische Vokabular der Moderne, beziehen sich auf deren Utopien und Scheitern – und implizieren in ihrer harten, bilderlosen Ästhetik eine physisch herausfordernde Kritik an der modernen Gesellschaft.

Psychedelisch-traumatische Arbeiten

Zu den Werken von großer psychologischer Wucht zählen die Zeichnungen, Skulpturen und Gemälde von Bjarne Melgaard, Jon Bock, Gereon Krebber, Marcel van Eeden und Douglas Kolk. In ihnen steht das Individuum mit seinen intimsten Fantasien und Ängsten im Vordergrund. Mit manisch-fanatischen Gesten entwerfen die Künstler jeweils einen ganz eigenen, neurotisch aufgeladenen Kosmos. Die Realität ist hier fast einer beinahe krankhaften, egozentrischen Sichtweise unterworfen, die auf das Leiden des Menschen an seiner eigenen Existenz schließen lässt.

Abstrakte Arbeiten

Neuere Positionen der Abstraktion werden durch Werke auf Papier und Leinwand von Bernard Frize, Secundino Hernàndez Amy Sillman und Henning Strassburger repräsentiert.

Einige Positionen in der Sammlung Peters-Messer lassen sich keiner dieser Sparten zuzuordnen, sondern schlagen ästhetisch und thematisch Zwischentöne an. Dazu zählen etwa die rauen, beunruhigenden Bleistiftzeichnungen von Susan Turcot sowie die konzeptuellen Arbeiten von Sophie Calle oder die Installation von Jon Kessler.

Die Auswahl der Künstler macht deutlich, dass sich die Sammlung vor allem durch die Kombination aus zentralen Positionen der Gegenwartskunst und Arbeiten noch sehr junger oder nur marginal bekannter Künstler auszeichnet. Die Sammlung wird daher keinen abgeschlossenen Zustand erreichen, sondern bleibt ständig in Bewegung. Der Dialog unter den Arbeiten sowie das Verständnis von Kunst und Gesellschaft werden immer wieder neu belebt.